2. Die Bewerbung

2.A Welchen Weg wähle ich für meine Bewerbung?

Nachdem Sie sich selbst gut einschätzen können, Ihre Stärken und Schwächen kennen, gilt es Ihren gewünschten zukünftigen Arbeitgeber ebenfalls von Ihren fachlichen und sozialen Kompetenzen zu überzeugen. Wenn Sie vorab Fragen zu einer Stellenausschreibung haben rufen Sie einfach unter der entsprechenden Kontaktnummer bei dem Arbeitgeber an und fragen Sie nach. Das ermöglicht Ihnen nicht nur einen ersten positiven Eindruck von sich zu verleihen, sondern bringt Ihnen auch auf schnellstem Wege die gewünschte Information. Der erste Bewerbungsschritt ist die schriftliche Bewerbung. Die Bewerbungsunterlagen setzen sich aus drei Teilen zusammen: Anschreiben – Lebenslauf – Anhang. Sie können zusätzlich ein Deckblatt mit Foto erstellen, das Foto kann aber auch in den Lebenslauf eingebaut werden. Die meisten Unternehmen bevorzugen inzwischen Bewerbungen per E-Mail. Es ist nicht nur kostengünstiger sondern auch platzsparender. Formell unterscheidet sich diese aber nicht von der postalischen Bewerbung. Da diese drei Teile Ihre gesamte Bewerbung ergeben, sollten diese von der Form und dem Erscheinungsbild aufeinander abgestimmt sein. Vermeiden Sie Tippfehler und grammatikalische Fehler, indem Sie Ihre komplette Bewerbung von mindestens einer Person gegenlesen lassen.

2.B Die schriftliche Bewerbung

2.B.a Das Anschreiben


Optischer Aufbau

Ihr Anschreiben ist die Eröffnung des Gesprächs. Der erste Eindruck zählt, also sorgen Sie sich nicht nur um einen guten Inhalt, sondern auch um eine ansprechende Optik. Nutzen Sie die Kopf- und/oder Fußzeile der Seite um Ihren Namen und Ihre Kontaktdaten immer verfügbar für den Personaler zu halten. Farbige Trennlinien lockern die Seite auf. Aber übertreiben Sie es nicht. Nehmen Sie keine Neon-Farben, bleiben Sie bei klassischen Farben wie zum Beispiel Blau oder Rot. Egal ob Sie Ihr Anschreiben per Post oder per E-Mail verschicken, die Anschrift des Unternehmens und Ihre eigene Adresse gehört in das Anschreiben, ähnlich wie beim Verfassen eines Briefes. Das aktuelle Datum und die Betreffzeile gehören beide über das eigentliche Anschreiben. In der Betreffzeile nennen Sie die Stelle auf die Sie sich bewerben zum Beispiel „Bewerbung auf die Stelle des Gabelstaplerfahrers“. Wenn es in der Stellenausschreibung eine Kennziffer für das Jobangebot gab, dann geben Sie diese Kennziffer ebenfalls in der Betreffzeile an.

Gliederung des Inhalts

Das grobe optische Gerüst steht, nun folgt der inhaltliche Teil. Informieren Sie sich vorab, wer der richtige Ansprechpartner für Ihre Bewerbung ist und sprechen Sie diesen mit „Sehr geehrte(r) Frau/Herr…“ direkt an. Beginnen Sie mit einem einleitenden Satz, in dem Sie nochmal deutlich machen auf welche Stelle Sie sich bewerben, wie Sie auf diese Stelle aufmerksam geworden sind (Stellenbörse, persönliche Empfehlung etc.) und wodurch Sie motiviert sind sich gerade auf diese Stelle zu bewerben. Im nächsten Abschnitt Ihres Anschreibens stellen Sie sich und Ihre bisherigen Erfahrungen kurz dar. Dabei sollen Sie nicht Ihren Lebenslauf einfach komplett wiedergeben, sondern wichtige Stationen hervorheben, wie zum Beispiel Ihre Ausbildung und den letzten Arbeitgeber. Der letzte Absatz dient der spezifischeren Wiedergabe von Kenntnissen und Fertigkeiten die Sie mitbringen und welche Sie für den ausgeschriebenen Job besonders geeignet machen. Wenn in der Stellenanzeige um eine Gehaltsvorstellung gebeten wurde, dann ist es jetzt Zeit Ihre Gehaltsvorstellung einfließen zu lassen. Umso individueller Ihr Anschreiben auf die jeweilige Stelle angepasst ist, desto besser sind Ihre Chancen auf eine erfolgreichen Bewerbung. Zum Abschluss Ihres Anschreibens machen Sie mit Hilfe eines Schlusssatzes deutlich, dass Sie sich über eine positive Rückmeldung freuen. Mit der klassischen Verabschiedung „Mit freundlichen Grüßen, …“ machen Sie alles richtig. Insgesamt sollte Ihr Anschreiben nicht länger als eine Seite sein. Nun nur noch Ihre Unterschrift drunter setzen und Ihr Anschreiben ist fertig.

2.B.b Das Deckblatt

Das Deckblatt ist optional und ermöglicht Ihnen sich beim Arbeitgeber mit einem relativ großen Foto vorzustellen. Dabei sollte das Foto nicht größer als ein Drittel der Seite sein. Nehmen Sie ein professionelles Foto und verzichten Sie auf Motive von der letzten Kneipentour. Beachten Sie auf welche Stelle Sie sich bewerben und versuchen Sie sich entsprechend gekleidet abzulichten. Weder sollten Sie sich bei der Bewerbung auf einen Managerposten in T-Shirt und Bermudas ablichten lassen, noch sollten Sie sich in Ihren edelsten Anzug werfen, wenn Sie eine Stelle als Helfer suchen. Versuchen Sie stets passend gekleidet und gepflegt zu erscheinen. Über und/oder unter dem Bild erwähnen Sie die von Ihnen beworbene Position. Ihre Kontaktdaten können Sie in der Kopf-/Fußzeile anbringen. Orientieren Sie sich farblich am Anschreiben (oder andersherum) und benutzen Sie eine bis maximal zwei Farben um das Deckblatt optisch aufzupeppen. Sie können das Deckblatt auch weg- lassen und Ihr Foto zum Lebenslauf hinzufügen. Die schönere Alternative ist aber sicherlich die Deckblatt-Variante.

2.B.c Der Lebenslauf


Optischer Aufbau

Tabellarische Lebensläufe in Schwarz/Weiß kennt fast jeder. Diese sind aber nicht besonders ansprechend und werden von Personalern gerne mal übersehen. Bringen Sie Farbe ins Spiel. Benutzen Sie die gleiche Farbe wie im Anschreiben und Deckblatt um Linien und Abgrenzungen optisch aufzulockern. Sofern Sie kein Deckblatt mit Foto haben, können Sie ein kleines Bewerbungsfoto neben Ihre persönlichen Daten setzen. Benutzen Sie als Textfarbe nicht nur Schwarz. Lockern Sie den Lebenslauf weiter auf und setzen Sie gezielt Grautöne ein um zum Beispiel Unterpunkte optisch abzugrenzen. Wie auf den anderen Seiten können Sie auch hier Kopf-/Fußzeile nutzen um Ihre wichtigsten Kontaktdaten auf einen Blick parat zu haben.

Gliederung des Inhalts

Tabellarischer Lebenslauf – hört sich einfach an, ist es auch. Aber es gibt einige Punkte die es zu beachten gilt. Geben Sie den Inhalten Ihres Lebenslaufes entsprechende Überschriften. Zum Beispiel „Persönliche Daten“, „Beruflicher Werdegang“, „Kenntnisse und Fertigkeiten“ und „Hobbies/Interessen“. Die exakte Formulierung ist dabei Geschmackssache und kann wie die Anzahl variieren. Beginnen Sie mit Ihren persönlichen Daten, dazu gehört neben Ihrem Vor- und Zunamen und Geburtsdatum/-ort auch Ihre Anschrift und Ihre Kontaktdaten (Telefon/E-Mail). Sofern es Ihnen nicht persönlich sehr am Herzen liegt, sind Angaben zu Ihrer Religion und Ihren Eltern heutzutage nicht mehr vonnöten. Für den Personaler sind die aktuellsten Informationen zu Ihnen am interessantesten. Beginnen Sie bei der Auflistung Ihres beruflichen Werdegangs und Ihrer Ausbildung oder des Studiums mit der letzten Station und arbeiten Sie sich fortlaufend zurück in die Vergangenheit. Geben Sie dem Personaler nach Möglichkeit zu den Stationen in Ihrem Lebenslauf außer den genauen Zeiträumen noch weitere nützliche Informationen. Eine kurze Auflistung Ihrer Tätigkeiten kann sich positiv auf Ihre Bewerbungschancen auswirken. Bevor Sie Kaffee kochen oder ähnlich uninteressante Tätigkeiten auflisten lassen Sie diese weg. Nach Ihrem beruflichen Werdegang kommen Ihre sonstigen Kenntnisse und Fähigkeiten. Hier können Sie Ihre EDV-Kenntnisse, Sprachkenntnisse und weitere sinnvolle Kenntnisse auflisten. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie diese durch Ihre bisherigen Jobs erworben haben oder auf anderem Wege. Haben Sie Zertifikate erhalten, Schulungen besucht oder anderweitige Einstufungen Ihres Könnens vorzuweisen machen Sie diese Informationen auch in Ihrem Lebenslauf sichtbar. Haben Sie weitere inhaltliche Punkte, die Sie gerne und gewinnbringend in Ihren Lebenslauf einfließen lassen wollen, dann scheuen Sie sich nicht entsprechende Gliederungen vorzunehmen. Zum Abschluss kommen Ihre Interessen und Hobbies, beachten Sie dabei, dass Standardaussagen wie „Lesen, Sport“ eher einen negativen Eindruck machen und dem Personaler nicht die Möglichkeit geben sich ein besseres Bild von Ihnen zu machen. Seien Sie spezifischer mit Ihren Angaben und benennen Sie bestimmte Sportarten, Vereine etc. in denen Sie aktiv sind. Wie unter das Anschreiben gehört auch unter den Lebenslauf das aktuelle Datum und Ihre Unterschrift.

2.B.d Der Anhang

Der Anhang besteht aus Zeugnissen, Zertifikaten und eventuell Arbeitsproben. Wie im Lebenslauf ist auch hier eine rückwärtslaufende Chronologie anzuwenden. Beginnen Sie mit Ihren Arbeitszeugnissen. Wenn nicht vorhanden mit Studien- und Schulzeugnissen. Ihre Schulzeugnisse können Sie mit genug Berufserfahrung auch weglassen. Wenn Sie Zertifikate und andere qualifizierende Papiere besitzen können Sie diese nach den Zeugnissen anhängen. Arbeitsproben können für Sie ein gutes Mittel sein Ihre Kenntnisse und Fertigkeiten darzustellen, aber Vorsicht! Arbeitsproben bedeuten für den Personaler mehr Aufwand und sollten die Arbeitsproben nicht explizit gefordert worden sein, dann lassen Sie diese besser weg. Wenn Sie sich online bewerben möchten, müssen Sie Ihre gewünschten Unterlagen einscannen und speichern.

2.B.e Die Postalische Bewerbung

Grundsätzlich ist Ihre Bewerbung fertiggestellt. Jetzt muss Sie nur noch zum entsprechenden Arbeitgeber kommen. Bei der Wahl des Postweges benötigen Sie eine ansprechende Bewerbungsmappe. Sortieren Sie Ihre Bewerbung in der korrekten Reihenfolge ein und verschicken Sie diese in einem möglichst blickdichten Umschlag. Alternativ können Sie die Bewerbung natürlich auch persönlich vorbei bringen. Umso schöner und ansprechender die Bewerbungsmappe ist, umso eher wird der Personaler sich die Unterlagen auch angucken. Dabei gilt wie beim Foto, passen Sie Ihre Bewerbungsmappe dem beworbenen Job an. Wenn Sie sich auf Helferstellen bewerben müssen Sie nicht für jede Bewerbung mehrere Euro ausgeben. Es reicht wenn Sie Ihre Unterlagen in einem Schnellhefter sammeln oder Notfalls zusammen tackern.

2.B.f Die Online Bewerbung

Die Online Bewerbung ist die gängigste Methode seine Bewerbung an den Wunsch-Arbeitgeber zu schicken. Sie spart Ihnen Geld und dem Personaler Platz. Es gibt einige Grundregeln zu beachten bei der Online Bewerbung. Sie benötigen natürlich die korrekte E-Mail Adresse Ihres Ansprechpartners. Sprechen Sie diesen in Ihrer E-Mail an und informieren Sie diesen über die beigefügte Bewerbung. Ihr Anschreiben gehört nicht in den offenen E-Mail Text. Hängen Sie dieses zusammen mit der restlichen Bewerbung an die E-Mail an. Als Standardformat hat sich die PDF-Datei durchgesetzt. Wandeln Sie Ihre Bewerbungsdateien vorher in das PDF-Format um und gehen Sie damit sicher, dass der Personaler Ihre Bewerbungsunterlagen auch öffnen kann. Bei Programmen wie MS-Words und Open Office ist diese Option bereits eingebaut. Inzwischen gibt es im Internet auch zahlreiche Programme (z.B. PDFcreator oder FreePDF) mit denen Sie beliebige Textdateien in eine PDF konvertieren bzw. umwandeln können. Im Idealfall speichern Sie das Anschreiben, das Deckblatt, den Lebenslauf und Ihre Zeugnisse in einer einzigen PDF-Datei ab. Falls Sie die Dateien einzeln abspeichern, achten Sie auf eine sinnvolle Namensgebung der Dateien. Damit Ihre Bewerbung nun auch wirklich beim Personaler Ihrer Wahlfirma ankommt, müssen Sie noch auf die Größe Ihrer Datei achten. Sollte diese zu groß sein, kann es vorkommen, dass die E-Mail gar nicht erst im Postfach des Personalers angezeigt wird oder sein Postfach innerhalb kürzester Zeit überläuft durch derartig große Bewerbungen. Eine gute Größe an der Sie sich orientieren können sind 2 MB für die vollständige Bewerbung. Im Normalfall sind Anschreiben und Lebenslauf nicht das Problem sondern die eingescannten Dokumente für den Anhang. Versuchen Sie die Größe des Anhangs zu minimieren, indem Sie beim Scannen weniger DPI benutzen. Übertreiben Sie es aber nicht, denn die Dokumente müssen noch klar und deutlich zu lesen sein. Wie bei der Bewerbung auf postalischem Weg müssen auch bei der Onlinebewerbung Ihre Unterschriften vorhanden sein. Scannen Sie dazu Ihre Unterschrift separat ein und fügen Sie diese an den entsprechenden Stellen ein.

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