Was ist Zeitarbeit? | Grafik „Zeitarbeit“

Was ist Zeitarbeit und worin unterscheidet sie sich von anderen Arbeitsverhältnissen?

Die Zeitarbeit bzw. Arbeitnehmerüberlassung ist weitläufig auch als Leiharbeit bekannt. Anhand dieser drei Begriffe kann die  Zeitarbeit und das bestehende Dreiecksverhältnis anschaulich erklärt werden.  Der Arbeitnehmer unterschreibt seinen Arbeitsvertrag bei der Zeitarbeitsfirma, die somit sein Arbeitgeber ist. Das Arbeitsverhältnis kann hier, wie in anderen Arbeitsverhältnissen, jegliche Formen annehmen. Teilzeit/Vollzeit, befristet/unbefristet, Festanstellung oder Minijob, alles ist möglich.

Wo unterscheidet sich nun also Zeitarbeit von anderen Arbeitsverhältnissen? Anstatt den Mitarbeiter im eigenen Büro oder auf der eigenen Baustelle einzusetzen überlässt die Zeitarbeitsfirma  diesen einem Kundenbetrieb. Die rechtliche Grundlage liefert das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz kurz AÜG. Die Zeitarbeitsfirma fungiert als Verleiher. Der Kundenbetrieb ist der Entleiher und der Arbeitnehmer als dritter im Bunde ist die geliehene bzw. überlassene Arbeitskraft. Es bestehen Verträge zwischen der Zeitarbeitsfirma und dem Mitarbeiter und zwischen Zeitarbeitsfirma und Kundenbetrieb. Obwohl der Arbeitnehmer ein Mitarbeiter der Zeitarbeitsfirma ist, leistet er seine Arbeit beim Entleiher. Der Entleiher hat Weisungsbefugnisse von dem Verleiher übertragen bekommen und zahlt dafür und für die geliehene Arbeitskraft einen entsprechenden Stundensatz an die Zeitarbeitsfirma. Sein Gehalt bekommt der Mitarbeiter von seinem Arbeitgeber, der Zeitarbeitsfirma. Dieses Dreiecksverhältnis ist in der folgenden Darstellung noch einmal verdeutlicht.

Die Dauer der Beschäftigung in ein und demselben Kundenbetrieb variiert stark und kann über wenige Tage bis hin zu mehreren Monaten gehen. Bei einer Übernahme des Arbeitsnehmers durch den Kundenbetrieb wird das Dreiecksverhältnis zwischen Verleiher, Entleiher und Arbeitskraft aufgelöst und der Kundenbetrieb wird zum regulären Arbeitgeber des Arbeitnehmers.

Wieso eigentlich Zeitarbeit?

Die am häufigsten aufkommende Frage zum Thema Zeitarbeit ist sicherlich die des „Warum?“. Was bringt mir, dem Arbeitnehmer, oder meinem Unternehmen die Zeitarbeit? Weshalb sollte ich eine umständlich wirkende Vertragsstruktur einem einfachen Arbeitsvertrag zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vorziehen? Wie sich in den beiden folgenden Absätzen zeigt steht Zeitarbeit anderen Arbeitsverhältnissen in Nichts nach und kann in vielen Fällen sogar noch mehr bieten als ein geregeltes Einkommen.

Wo liegen die Vorteile von Zeitarbeit für Arbeitnehmer?

Für viele Arbeitnehmer ist Zeitarbeit die Chance sich auf dem Arbeitsmarkt zu etablieren. Der tariflich festgelegte Mindestlohn bietet dem Arbeitnehmer Sicherheit. Durch gute Arbeitsleistung kann sich der Arbeitnehmer für eine dauerhafte Übernahme durch einen Kundenbetrieb empfehlen. Der häufig wechselnde Arbeitsplatz bietet nicht nur Abwechslung sondern auch immer wieder die Möglichkeit sich einem Kundenbetrieb  als eventuelle, zukünftige Stammkraft zu präsentieren. Durch die Arbeit bei namhaften Unternehmen kann der Arbeitnehmer viele nützliche Erfahrungen für die Zukunft und seinen Lebenslauf sammeln.

Wo liegen die Vorteile von Zeitarbeit für Arbeitgeber?

Für Kundenbetriebe lohnt sich Zeitarbeit um temporäre Auftragsspitzen abzufangen ohne die Stammbelegschaft erweitern zu müssen. Das Kerngeschäft muss nicht vernachlässigt werden um die entsprechenden Arbeitskräfte zu finden. Diesen Job übernimmt die Zeitarbeitsfirma. Die Kosten sind durch einen festen Stundensatz stets kalkulierbar. Wird die Auftragsspitze zu einem andauernden Zustand der Auftragslage kann die Zeitarbeitsfirma Leiharbeiter fest einstellen und muss nicht erst nach qualifiziertem Personal suchen. Durch Zeitarbeit steigert sich die Flexibilität des eigenen Betriebs enorm und auf kurz-und mittelfristige Markt- und Auftragsveränderungen kann in kürzester Zeit reagiert werden.

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